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Als Junior-Trainer im Bereich CAx/PLM bei invenio und angehender Master of Product Development konnten wir mit Thorsten Swatosch einen weiteren engagierten Blog-Autor gewinnen. Auf dieser Seite schreibt er künftig über Themen rund um die Konstruktion und gibt Einblick in seine Trainingsprojekte.

Im Gespräch mit...1. Wie beschreiben Sie Ihrem Bekanntenkreis Ihre berufliche Tätigkeit?

Ich antworte meistens kurz und knapp mit meiner Berufsbezeichnung: „Ich bin CAD-Trainer“.  Je nachdem wer mein Gesprächspartner ist, fällt die Reaktion darauf unterschiedlich aus. In 80% aller Fälle ist diese jedoch mit einem leicht zur Seite geneigten Kopf und der Frage: „ Du bist was?“ verbunden. Dann muss ich natürlich etwas weiter ausholen. Meist erkläre ich bildlich, anhand der Produktentwicklung, was hinter meinem Beruf steckt. Zunächst bedeutet das Akronym CAD ‚Computer Aided Design‘, beschreibt also die rechnergestützte Konstruktion. Jeder Ingenieur, der im Bereich der Produktentwicklung tätig ist (also auch die invenio MitarbeiterINNEN), konstruiert tagtäglich Komponenten, die mit ihrer Gestalt oder ihrem Design technischen Anforderungen genügen müssen. Hierzu gibt es eine Vielzahl an unterstützender Software, die es uns ermöglicht, virtuelle Prototypen darzustellen und zu analysieren. Ob alle Herausforderungen mit der erdachten Lösung erreicht werden, kann also überprüft werden, bevor die Herstellung in Auftrag gegeben wird. Bei mir lernen externe Kunden oder auch neue invenio MitarbeiterINNEN, wie einzelne Teile und mehrere, komplexe Baugruppen virtuell konstruiert und dabei gleichzeitig die Vorteile des CAD-Systems ausgenutzt werden können.

2. Neben Ihrem aktuellen Beruf: Welche Tätigkeit beherrschen Sie so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

Ich spiele zwar leidenschaftlich gerne Schlagzeug in einer Band, aber bisher wurde ich dafür noch nicht bezahlt. Was beim Schwingen der Drum-Sticks vielleicht noch ein wenig fehlt, funktioniert aber umso besser beim Schwingen eines Hammers oder anderen Werkzeugen.  Handwerkliche Arbeiten erledige ich mit Freude und auch die Ergebnisse können sich sehen lassen – Zumindest kommt es doch hin und wieder vor, dass ich in meinem Freundeskreis das ein oder andere repariere oder Möbel aufbaue. Als Belohnung winkt dann häufig ein gutes Essen. Einer meiner größten Leidenschaften habe ich auch mein technisches Studium zu verdanken: Das Reparieren und Restaurieren von alten Autos. Gerade während der Abitur- und Bundeswehrzeit kam es oft vor, dass ich Reparaturen für meine Freunde übernommen oder einfach gemeinsam mit ihnen die Wagen wieder flott gemacht habe.

3. Womit beschäftigen Sie sich Ihrer Meinung nach zu viel?

Gerade Ingenieure werden in ihrem Studium und auch im Beruf zwangsläufig dazu ausgebildet, Sachverhalte vor einer Entscheidung von allen Seiten genau zu beleuchten. Ich denke allerdings, dass in manchen Situationen Bauchentscheidungen genauso wichtig sind – gerade im Bereich Training kommt es meiner Meinung nach auf einen „rational-emotionalen“ Mix an. Ich würde daher sagen, ich verbringe zu viel Zeit damit, rationale Entscheidungen zu treffen.

4. Womit zu wenig?

Ich finde es enorm wichtig, die Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung zu unterstützen. Sicherlich ist es richtig und wichtig mit Geld- oder Sachspenden den Menschen zu helfen, die viel weniger haben als wir hier in Deutschland. Doch ich denke, dass gerade in unserer Gesellschaft, die durch Hektik und manchmal von einer Spur von Anonymität geprägt ist, es darauf ankommt auch die Augen für seine Mitmenschen offen zu halten. So simpel es auch klingen mag, hätte ich gerne mehr Zeit dafür, einmal mehr meinen Nachbarn zu helfen oder der Oma aus dem Supermarkt die Einkäufe nach Hause zu tragen. Es sind solche kleinen Dinge oder Probleme, die man aus eigener Kraft angehen oder vielleicht sogar lösen kann.  Um aber von den Herausforderungen zu erfahren, ist es wichtig sich mit seinen Mitmenschen näher zu beschäftigen und mit ihnen in den Dialog zu treten. Genau dafür würde ich mir in meinem Leben gerne mehr Zeit nehmen können.

5. Warum tun wir so viele Dinge, die wir nicht mögen und mögen so viele Dinge, die wir nicht tun?

Das ist eine Frage von Ziel und Mittel. Was ich damit meine erklärt ein ganz einfaches Beispiel: Einen Filmabend mit meiner Freundin in unserer schön sauberen und aufgeräumten Wohnung. Das ist eine Tätigkeit, die ich durchaus sehr gerne mag. Allerdings führt nur eine Sammlung von Tätigkeiten dort hin, die nicht gerade mein Fall sind: Staubsaugen, Staubwischen und den Boden putzen. Das lässt sich auch auf andere Situationen im Leben übertragen. So ist es momentan bei mir auch so, dass ich mir teilweise schönere Dinge vorstellen könnte, als jeden Samstag von acht bis achtzehn Uhr in der Vorlesung zu sitzen, um Produktentwicklung im Master zu studieren. Aber ich verfolge ein Ziel und das ist das Mittel.

6. Was würden Sie gerne erlernen?

Gerade das Ingenieurswesen und auch der Bereich CAD sind sehr schnelllebig und bieten viele Neuerungen und Entwicklungen. Auf der einen Seite ist es mir sehr wichtig hier am Ball zu bleiben. Auf der anderen Seite möchte ich auch über mein Fachgebiet hinaus meinen Horizont erweitern. In meinem Masterstudiengang bekomme ich hierzu jedes Mal aufs Neue Denkanstöße, die mich interessieren und weiterbringen. Außerhalb der klassischen Ingenieurstätigkeit finde ich beispielsweise die Funktion des Moderators im (Fach-)Plenum spannend. Auch die Bereiche des Projektmanagements sind durchaus Herausforderungen, denen ich mich gerne stellen würde. Dies sind nur zwei der Felder, in denen ich mein Wissen gerne ausbauen möchte. Auf der privaten Seite lege ich den Fokus auf meine Band und der Verbesserung meiner Fähigkeiten am Schlagzeug. Aus diesem Grund treffe ich mich wöchentlich mit meinen Jungs, um unsere Songs zu proben und neue Stücken zu entwickeln.

7. Was machen Sie anders als die meisten anderen Menschen?

Fragen mit langen Texten beantworten 😉

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