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LPA

Layered Process Audit (LPA) ist ein internes Auditverfahren, welches ursprünglich von DaimlerChrysler und Toyota entwickelt wurde und mittlerweile Bestandteil vieler Unternehmensstrukturen der automobilen Wirtschaft ist. Aufgrund der Potentiale, die LPA bietet, hält die Methode zudem in immer weiteren Branchen Einzug. Was für den Prozess charakteristisch ist und inwieweit er sich von anderen internen Audits unterscheidet, soll im Folgenden kurz dargestellt werden:

LPAs werden vom jeweiligen Prozesseigner durchgeführt

Im Gegensatz zu den üblichen internen Audits, bei welchen eine Auditierung durch das Qualitätsmanagement/interne Auditoren erfolgt, prüfen im Rahmen LPA die jeweiligen Bereichsverantwortlichen ihre Verantwortungsbereiche selbst. Dies bedeutet z.B. der Maschinenbediener prüft anhand der LPA-Checkliste die Einhaltung der Vorgaben rund um die von ihm verantwortete Maschine; der Linienverantwortliche prüft in Hinblick auf „seine“ Linie die Einhaltung der vorgesehenen Prozesse und Vorgaben; der Produktionsverantwortliche betrachtet auf Grundlage der LPA-Checkliste den gesamten Produktionsbereich auf Abweichungen.  Somit hat LPA den Charakter einer Selbstkontrolle statt einer Fremdkontrolle und wird i.d.R. weitaus positiver aufgenommen, als eine Beurteilung von Außen.

Die Themenwahl ist dynamisch zu gestalten

Trotz der Tatsache, dass der LPA-Prozess anhand einer Checkliste durchgeführt wird, ist er weit entfernt von einem statischen Prozess. Vielmehr ist Dynamik entscheidend, um das zugrunde liegende Ziel des LPA zu erreichen, nämlich vor allem störungsanfälligen und neuen Prozessen anhand der genauen Betrachtung im Rahmen des LPA zu mehr Stabilität zu verhelfen. Dies erfordert im Falle von Prozessänderungen/Neuprodukten/Reklamationen und anderen Neuerungen und Änderungen einen neuen Fokus zu setzen. Wurde beispielsweise eine Produktionslinie verlagert, sollte die Arbeit rund um diese Linie in der folgenden Zeit in den LPA-Prozess aufgenommen werden.

LPAs kommen mit geringem Zeitbedarf aus

LPAs sind nicht an jeder Arbeitsstation zu jeder Zeit durchzuführen. Vielmehr sind, wie im zuvor erörterten Abschnitt erläutert, Schwerpunkte hinsichtlich Neu- und Änderungsprozessen zu setzen. Die Durchführungshäufigkeit richtet sich nach dem durchführenden „Layer“. So hat die Selbstkontrolle durch den Maschinenführer täglich mit einem Zeitaufwand von max. 5 Minuten zu erfolgen. Die Selbstkontrolle des Produktionsleiters im Rahmen seiner LPA-Begehung des gesamten Produktionsbereiches sollte eine Stunde nicht überschreiben, hat jedoch beispielsweise nur 1x monatlich zu erfolgen.

Abweichungen und Ergebnisse werden verfolgt und visualisiert

Um die Selbstkontrolle nicht personenabhängig zu machen, müssen auch im Rahmen des LPA-Prozesses Regeln und Unterstützungsprozesse implementiert sein. Eine farbliche Visualisierung des Tagesergebnis hilft beispielsweise auf einen Blick zu erkennen, ob die Kontrollen durchgeführt werden und wie es um den Qualitätsstatus des auditierten Bereiches steht. Arbeitet man mit den Farben grün/gelb/rot, um das Abweichungsmaß zu visualisieren, zeigt eine Häufung an gelben und roten Auditergebnissen Handlungsbedarf und Optimierungspotential auf. Ergeben sich in einem Auditbereich jedoch über Wochen weitgehend grüne und damit abweichungsfreie Ergebnisse, ist von einem stabilen Prozess auszugehen und es ist an der Zeit, sich im Rahmen LPA einem neuen relevanten Bereich zu widmen.

Behält man den dynamischen Ansatz des LPA-Prozesses bei, eignet sich dieser sehr gut, um Prozesssicherheit bei wichtigen und risikoträchtigen Prozessen zu erlangen und das stets schwierige Thema der Umsetzung von Regeln und Vorgaben im Blick zu behalten.

Mit einem Eintragungsfeld für jeden Tag des Monats, zeigt eine Visualisierung auf einen Blick den aktuellen Status des LPA-Prozesses.

Ihr invenio Academy-Team!

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